Mittwoch, 15. Juli 2009

11.-12.07.2009 Iztaccihuatl












Ich bin am Samstag Morgen um halb acht abgeholt worden, von zwei Praktikanten (Stefan und Patricia).
Um acht waren wir dann bei unserem Guide und seiner Tochter. Die sind dann bei uns eingestiegen.
Nach 2 Stunden waren wir in einem riesigen Naturschutzgebiet, indem sich 3 Vulkane befinden, darunter 2 der höchsten Mexikos, Popcatepetel (5.462 m) und Iztaccihuatl (5.286 m). Letzteren hatten wir als Ziel.
Unser Auto konnten wir auf ca. 3.800 m abstellen. Dann ging es zu Fuß weiter. Bei den ersten Meter fragt man sich, warum man sich so was an tut! Es ist der Horror. Man bekommt kaum Luft, jeder Schritt ist so anstrengend wie ein 100-m-Lauf, vor allem, wenn man 8 - 10 kg Gepäck dabei hat. Leider wird das im weiteren Verlauf nur noch schlimmer. Zudem war es ziemlich kalt ca. 10 C oder weniger. Nach 4 Stunden wandern, klettern und vielen Pausen kamen wir an unserem Camp auf 4.600 m an. Wir waren da so gegen 3 Uhr mittags. Leider hatten wir schlechte Sicht. Aber das war nicht das einzige Problem. Ich hatte einen trockenen Mund und aufgeplatzte Lippen, da ich die ganze Zeit durch den Mund atmen musste. Wenn ich durch die Nase geatmet habe, dachte ich, dass ich ersticke! Hunger hat man in der Höhe nicht, das liegt aber daran, dass einem permanent schlecht ist. Kopfweh und Schwindelgefühl inklusive! JUHU!!!
Wir hatten inzwischen nur noch ca. 5 C und ich war total nassgeschwitzt. Natürlich hatte ich Wäsche zum wechseln dabei. Darüber war ich auch ziemlich froh, aber kalt war mir trotzdem.
Als ich zum ersten Mal das Quartier von innen gesehen hatte musste ich lachen. Denn von aussen sah es schon wie eine Dose für Sardinen aus aber von innen war es nicht besser. Wir mussten auf einem Bretterboden ohne ISOmatte schlafen! In der Nacht hatten wir dann Temperaturen von ca. -2 bis -5 C. Ich lag in einem Schlafsack der nicht für diese Temperaturen gemacht war, mit 2 Pullies, einem T-Shirt, 2 Hosen, 2 Unterhosen, 3 paar Socken, Handschuhen, einer Mütze, wir haben uns alle aneinander gelegt um noch etwas Wärme zu bekommen und trotzdem haben wir die ganze Nacht tierisch gefroren! Ich dachte schon, dass ich am nächsten Morgen meine Zehen einzeln aufsammeln kann. Aber ich lebe noch und meine Zehen sind auch noch dran ;o)
Allerdings hab ich in der Nacht kaum ein Auge zu gemacht. Die Symptome die ich von der Höhe hatte, die Kälte, der extrem harte Schlafplatz und ein Unwetter haben mich nicht schlafen lassen. Ich hab die ganze Nacht gefleht: "lass sie endlich vorbei gehen!"
Um halb sieben hat uns endlich der Guide geweckt. Wir haben dann unsere Sachen zusammengepackt. Aber wir konnten sie noch im Quartier lassen. Patricia ging es am nächsten Morgen richtig schlecht und da es mir auch nicht so besonders ging, haben wir entschieden nur noch den kleinen Aufstieg bis 5010 m zu machen. Stefan und der Guide wollten alleine dann den grossen Aufstieg wagen. Die beiden mussten allerdings wegen starkem Wind bei 5150 m aufgeben.
Alles in allem war es das absolute Erlebnis!

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